Dienstag, 25. September 2007

Ich will Kühe...

Mittlerweile habe ich mich hier in meiner neuen Heimat für die kommenden Monate ganz gut eingelebt. Die Iren sind schon ein liebenswertes Völkchen. Und auch wenn Dublin mit seinen die Hauptstadt der Republik Irland ist, kommt man sich doch teilweise wie in einer gemütlichen Vorstadt vor. Kaum eines der Gebäude ist so wirklich hoch gebaut, große Bürokomplexe mit sterilen Glasfassaden sucht man hier (fast) vergebens. Stattdessen wirkt alles, mal abgesehen vom Verkehrschaos, gemütlich und die Fassaden sind oft mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Deutlich wird die Größe Dublins und seiner Bedeutung für Irland selbst wohl erst wenn man sich die Einwohnerzahlen anschaut. In der Stadt selbst leben ca. 550.000 und damit in etwa so viele Menschen wie in Dresden. (Wenn der Babyboom in Dresden anhält überholen wir die Inselmetropole sogar noch... ;-) )
Im Großraum Dublin leben ungefähr 1,7 Millionen Menschen und damit mehr als ein Drittel der insgesamt nur 4 Millionen Einwohner die Irland besitzt.

Ach, nur so als Anmerkung: Der Gesamtzahl von Iren stehen 6 Millionen Rinder und 4,5 Millionen Schafe gegenüber. Das bedeutet rein rechnerisch kommen auf jeden Iren 1,5 Rinder und 1,125 Schafe. Nur bei den Schweinen muss man sich hier reinteilen, da treiben auf der Insel nur 1,7 Millionen ihr Unwesen (entsprechend also der Einwohnerzahl Dublins).

Das soll es gewesen sein zu eigentlich unwichtigen Fakten von der grünen Insel...

Samstag, 22. September 2007

Erste Eindrücke


Da ist man gerade erst ins Flugzeug eingestiegen, hat für eine Woche einen kurzen Zwischenstop in Dresden gemacht und ehe man sich versehen konnte ging es schon wieder weiter nach Dublin.
Also zwei Flüge mit Lufthansa gebucht, rein ins Flugzeug und dann mit Zwischenstop in Frankfurt direkt auf die grüne Insel.

Beim Flug zwischen Dresden und Frankfurt hat sich noch nicht einmal das hinsetzen und anschnallen gelohnt. Gleich nachdem das Flugzeug abgehoben hatte setzte der Pilot schon wieder zum Landeanflug auf den größten Flughafen Deutschlands an. Und wenn ich "groß" sage meine ich auch "groß"... Die Busfahrt vom Flugzeug zum Ankunftsterminal dauerte fast länger als der gesamte Flug zuvor. Aber das Fliegen mit Lufthansa in einer Linienmaschine, vollgestopft mit Businessleuten war gerade verglichen mit meinen Erfahrungen zuvor im Ferienflieger von und nach Spanien einfach nur ein Traum - Beinfreiheit, Ruhe und super Service.

Hier in Dublin angekommen lief alles super bis ich im Wohnheim ankam. Da wusste plötzlich niemand dass ich überhauot ankommen würde, das Büro war schon geschlossen und der Security-Guard hatte leider nicht den erhofften Schlüssel für mich. Da hieß es also warten bis er irgendwann einmal jemanden erreichen konnte der ihm auch sagen konnte was nun weiter mit mir zu machen sei. Auch wenn ich eigentlich nur in mein Bett wollte habe ich das Beste aus der Situation gemacht und bin ein wenig herumgelaufen, habe mich umgeschaut und gleich eine ganze Menge Leute kennengelernt. Und nachdem ich dann wenigstens erst einmal ein Übergangszimmer für eine Nacht bekommen hatte ging es auch gleich mit eben den zuvor kennengelernten Mädels aus Berlin in den Pub um das erste allseits bekannte Guiness zu trinken. Zugegeben das Bier ist echt geschmackssache - aber worüber man ganz sicher nicht streiten kann ist die Tatsache dass die Preise hier mehr als teuer sind. Und gerade bei einem Durchschnittspreis von 5.50 Euro pro Pint (Glas) sollte man es echt genießen...

Donnerstag, 20. September 2007

Lebenszeichen aus Irland

Nach einem kurzen Zwischenstop für eine Woche in Deutschland hat es mich hier auf die nächste Insel verschlagen. Das Ziel der Reise war diesmal Dublin, die Hauptstadt der Republik Irland (nicht zu verwechseln mit dem zu GB gehörenden Teil Nordirland)...vorbei sind die Tage von andauerndem Sonnenschein, blauem Himmel und tagtäglich angenehmen Temperaturen. Hier wechselt sich das Wetter häufig aller halben Stunden und blauer Himmel am Morgen heißt noch lang nicht dass man trocken durch den Tag kommt... ;-)

Aber der unglaubliche Charme der Stadt, die vielen grünen Ecken und die herzliche Art der Leute machen das schnell wieder wett. Und außerdem bin ich ja auch nicht zum Urlaub machen hier, sondern um mein Auslandssemster zu absolvieren. Und in einem Land was für seine Exportschlager Whiskey und Guiness bekannt versteht man unter einem feuchtfröhlichen Studentenleben auch noch etwas anderes.

Soweit es mein Internet zulässt versuch ich euch (diesmal etwas regelmäßiger) mit Neuigkeiten inklusive Bildern auf dem Laufenden zu halten und auch das Design der Seite mal etwas auf den neuesten Stand zu bringen.

Bis dahin noch schöne Grüße von der grünen Insel!

Sonntag, 2. September 2007

Indische Nacht auf Teneriffa

Was auf den ersten Blick ziemlich absurd scheint (Wo ist denn bitteschön der Zusammenhang zwischen Indien und Teneriffa?) ist beim Betrachten der Menge an von Indern betriebenen Elektroläden hier auf der Insel gar nicht mehr so ungewöhnlich. Man hat sich eben daran gewöhnt dass hier nicht nur die Gäste in den Hotels, sondern auch die Bewohner aus allen möglichen Ländern dieser Welt kommen.

Aber gestern Abend gab es hier im Hotel eine ziemlich bunte und ganz sicher nicht alltägliche Veranstaltung. Die Rede ist von einer indischen Hochzeit mit alle drum und dran. Und wenn ich hier "alles" sage meine ich das auch so... Man mag es mir verzeihen dass ich die Namen der Gastgeber aus Datenschutzrechtlichen Gründen hier nicht nennen kann (und einfach auch weil ich mich an diese komplizierten Buchstabenkonstrukte nicht mehr erinnern kann). Aber das tut hier auch wenig zur Sache. Viel interessanter ist das Ereignis an sich und was alles so dazugehört hat.

Wenn man in unseren Breiten an eine Hochzeit denkt hat man meist das Bild einer beschaulichen Familienfeier im Kopf. Irgendwie war das hier auch so...nur das die Zahl der geladenen Gäste locker die Zahl 500 übersteigt. Exklusiv für die Veranstalung wurde ein Abenduffet und Tische am Pool errichtet und der Glaspavillon mit Blick aufs Meer war der Ort für den zeremoniellen Teil des Abends. Beim direkten Blick aufs große Wasser und den Sonnenuntergang im Hintergrund fällt die Entscheidung jetzt "ja" oder "nein" zu sagen doch etwas leichter. ;-)

Der Rest des Abends war ein wahres Schauspiel der Farben. Zum einen waren die Frauen in die traditionellen Saris gekleidet, die nicht nur immer mit Perwoll gewaschen zu sein schienen (toll diese knalligen Farben), sondern auch überseht waren mit diversen Goldstickereien. Ein anderes farbliches Highlight war das eigens bestellte Feuerwerk im Wert von 25.000 Euro...
Aber bei einer Getränkerechnung von allein knapp 12.000 Euro für die Poolbar fallen diese Nebenausgaben auch nicht mehr ins Gewicht. Und dabei war die Miete, das Essen, der Service und die Organisationskosten noch nicht mit eingerechnet. Sobald ich dazu mehr weiß werde ich es euch wissen lassen...
Das gleich überreichte Hochzeitsgeschenk, ein nagelneuer Mercedes der auf Umwegen extra vorgefahren wurde, wirkt hier ja fast schon nur noch als nettes Beiwerk. (Alle PS-Liebhaber die gern wüssten um welches Modell es sich handelt muss ich leider enttäuschen, ich weiß es nicht.)

Abenteuer Busfahren

Eigentlich unterscheiden sich die deutschen Busfahrer in ihrer "Freundlichkeit" und dem ständigen Zeitdruck kaum von ihren Kollegen hier auf der Insel. Aber eben nur eigentlich...
Doch mit der Zeit merkt man dass es sich bei den teneriffischen Vertretern dieser Gattung um eine ganz spezielle Form handelt.

Der typische Busfahrer hier auf Teneriffa, nennen wir ihn "Fernando", tritt stets nur mit Sonnenbrille auf. Das gilt auch für den späten Abend, während der Pausen oder bei sonstigen Situationen außerhalb des Fahrerhauses. Wahrscheinlich gehört die einfach zur vorgeschriebenen Arbeitskleidung und ist mit der Zeit irgendwann festgewachsen. Doch es muss sich dabei um eine Spezialanfertigung handeln die gleich ein Fadenkreuz inklusive hat. Und dieses ist speziell auf Fußgänger ausgerichtet die gerade die Straße auf einem Zebrastreifen überqueren wollen. Diese Zebrastreifen scheinen sowieso einer verlängerten Zieleinrichtung für manche Autofahrer zu zu dienen.

Auf Ampeln wird hier auf der Insel großzügig verzichtet. Stattdessen kann sollte man sich aber sicher über den Zebrastreifen bewegen können. Sollte... Denn gerade für Bus- Taxi- und Motorradfahrer ist das Grund genug noch einmal richtig Gas zu geben um so näher sie der Markierung kommen. Da herrscht dann das Gesetz des Stärkeren!

Doch auch das Busfahren selbst gestaltet sich als wahres Abenteuer. Hierfür sollte man von vornherein zwei Dinge in großem Maße besitzen: Zeit und Geduld.
Wer aus Deutschland den vertrauten Blick auf den an jeder Haltestelle aushängenden Fahrplan kennt wird hier leider enttäuscht. Für den Fall dass es wirklich einen Auhang gibt (Seltenheit!!!) erkennt man darauf nur die planmäßige Abfahrtszeit an der Starthaltestelle und die Ankunftszeit an der Zielhaltestelle. (Planmäßig bedeutet hier nach spanischem Zeitmaß etwa plus/ minus eine halbe Stunde.) Für alle anderen Stationen zwischendurch kann man nur das Pi-mal-Daumen-Verfahren anwenden und warten, warten...und warten. Für den Fall dass doch mal ein Bus vorbeikommt heißt das noch lang nicht dass er auch automatisch hält. Wenn man dem Fahrer nicht deutlich zu erkennen gibt dass man gern einsteigen will, Handzeichen sind gut aber sich fast vor den Bus zu werfen ist wirkungsvoller, verhält sich dieser meist wie an den Zebrastreifen: Er gibt noch einmal richtig Gas und braust durch! Ich zähle lieber nicht auf wieviele Busse mir trotz deutlichem Arm rausstrecken einfach davon gefahren sind...

Von fahrenden Kühlschränken (Klimaanlage im Bus) , Haltestellen für Überlandbusse mitten auf der Autobahn und ungeplanten Zwischenstops weil sich der Busfahrer erst einmal gemütlich im nächsten Laden Getränke kaufen musste erzähle ich lieber bei passender Gelegenheit und einem kühlen Bier selbst... ;-)

Sonntag, 5. August 2007

Irgendwoher kenne ich den doch...

Auch wenn es sich bei unserem Hotel eigentlich um ein typisches Urlaubshotel handelt gibt es doch hin und wieder ein paar Gäste die aus anderen Gründen hier sind als allein nur Sonne zu tanken und ihren Jahresurlaub zu verbringen.

Vor einigen Tagen kochte die Gerüchteküche ob eben einer dieser besagten Gäste wirklich ins Sheraton La Caleta kommen würde. Und so unglaublich der Gedanke am Anfang schien, desto mehr wurden alle Zweifel am Ende aus dem Weg geräumt als eines Tages kein geringerer als Ricky Martin, weltweit bekannter Star der Latinomusikszene, tatsächlich im Hotel eincheckte...


Ricky war hier um das Festival in Cantelabria im Norden der Insel zu eröffnen. Die Tage hat auch er es sich im Hotel als Gast gut gehen lassen. Und auch wenn es sich dabei ganz sicher nicht um meinen typischen Musikgeschmack handelt ließ einen das Thema nicht mehr los.
Hier auf der Insel gibt es nicht so viele Hightlights und was gibt es besseres als einfach mal Spaß bei einem Konzert zu haben und sich vom Arbeitsalltag abzulenken.

So machten wir uns also mit mehreren vollgepackten Autos auf in den Norden, waren gut versorgt mit diversen Getränken und eine große Portion guter Laune war auch mit dabei.
Und ich muss zugeben dass es sich wirklich gelohnt hat:
Man stelle sich ein mit Spaniern vollgestopftes Fussballstadion vor, eine laue Sommernacht, heiße Rhytmen, eine tolle Show, ein Publikum was zu 80 Prozent aus Frauen besteht und ein Publikum was dieses Latinofeeling nicht nur vom Hören-Sagen kennt wie wir Deutschen, sondern es so auslebt dass es einfach nur ansteckend ist. Die anschließende persönliche After-Show-Party wurde von uns in diversen Clubs weitergeführt und fand ihr Ende dann irgendwann gegen 7 Uhr am Morgen des folgenden Tages...

Und heute durften wir einen weiteren Gast begrüßen der diesmal speziell bei meinen männlichen spanischen Kollegen die eine oder andere Verzückung ausgelöst hat. Mir selbst sagte der Name Paulina Rubio bis zum heutigen nichts weiter...Aber als mich meine Kollegen aufklärten dass die Mexikanerin eine bekannte Größe der Lationszene ist war auch ich wieder mal um ein paar mehr ausgelastete Gehirnzellen reicher. Und als sie sich auf dem Weg zum Konzert noch einmal bei uns persönlich an der Rezeption verabschiedete war mir auch klar warum alle die anderen Männer zuvor so ins Schwärmen geraten sind. ;-)

Freitag, 27. Juli 2007

Wie die Zeit vergeht...

Da ist man eben erst aus dem Flugeug gestiegen und plötzlich ist es schon wieder Halbzeit was mein Praktikum angeht. 6 Wochen Inselleben, das klingt länger als ich es eigentlich empfinde. Die Zeit ist so schnell vergangen und es gibt noch so viel Dinge die ich hier gern machen, sehen und entdecken will...

Also, wie ihr hört geht es mir wirklich gut und ich bin noch immer rundum zufrieden mit der Wahl meinen Sommer hier auf der Insel zu verbringen. Aber ob ich mir irgendwann vorstellen könnte richtig für länger hier zu leben? Wohl kaum, da wird mir die Insel dann wahrscheinlich doch irgendwann zu klein. Und gerade hier im Süden mit seinem tollen Wetter (6 Wochen ohne Regen - für einen Deutschen unvorstellbar) hat man auch ziemlich schnell die Nase voll dass man 24 Stunden 7 Tage die Woche mitten im Tourismus lebt und dem einfach nicht entfliehen kann. Denn auch wenn ich wahnsinniges Glück habe hier im Hotel zu leben, aber abschalten kann man hier nur schwer. Nicht umsonst leben die meisten Festangestellten in ruhigeren Orten die ein Stück entfernt sind oder wohnen in kleineren Bergdöfern, fern von den Tourismuszentren.

Doch alles in allem, ich ziehe Bilanz:
Ich freu mich auf die kommenden 6 Wochen!!! ;-)